Mittwoch, 22. Juli 2015

Mediterraner Nudelsalat

Mediterraner Nudelsalat
rohvegan

1-2 Portionen

  • 2 Zucchini
  • 6 getrocknete Tomatenhälften, bevorzugt salzfrei
  • 100 g Rucola
  • 2 Paprika, in mundgerechte Stücke geschnitten
  • 1/2 Avocado, nach Belieben gewürfelt oder zu Mus zerdrückt
  • 6 getrocknete schwarze Oliven (z.B. von Vita Verde, am besten salzfrei)
  • 2 El Hefeflocken (nicht roh, aber ich mag sie trotzdem ;) )
  • 1 El Baobabpulver (alternativ Zitronensaft)
  • frische Kräuter (z.B. Basilikum, Oregano…) 

  1. Mit dem Spiralschneider Spaghetti aus den Zucchini machen. 
    Alternativ mit einem Sparschäler Streifen schneiden. 
  2. Rucola mit den getrockneten Tomaten im Mixer oder anderen geeigneten Geräten zu einer groben, stückigen Masse verarbeiten.
  3. Die Rucola-Tomaten-Paste mit den Zuchhini-Spaghetti verrühren und die restlichen Zutaten unterrühren.
  4. möglichst frisch genießen, sonst weichen die Zuchhini durch und am  Ende schwimmt alles in der Soße. 




Heute fahre ich in den Urlaub, und zwar in meine alte Heimat Südtirol. Vor der Abfahrt mit dem Fernbus habe ich noch den Kühlschrank geleert und alles spontan zu einem Mittagessen zum Mitnehmen verarbeitet. Aus Zucchini mache ich meistens Spaghetti, sonst weiß ich nicht recht viel damit anzufangen, außer in gedörrten Broten, Crackern usw. Pur schmecken sie mir nicht, anders als z.B. Gurken. Die liebe ich wie sie sind. Meine Mutter wird sich noch wundern, wenn einen Tag nach meiner Ankunft sämtliche Gurken aus dem Gemüsegarten verschwunden sind! Die selbst Angebauten sind sowieso viel besser - klein, knackig, süß. Aber zurück zum heutigen Mittagessen:
Zufällig hatte ich genau die Zutaten noch im Kühlschrank, die gut zusammenpassen. Ohne viel zu denken habe ich also den Nudelsalat kreiert, hatte dabei eigentlich keine besonderen Erwartungen.
Aber dann! Kaum saß ich im Bus, habe ich die Lunchbox ausgepackt und war begeistert von der Ausgewogenheit dieser Komposition. Da passt für mich einfach alles. Obwohl - ein bisschen habe ich geflunkert. Es war mir zu salzig. Ich esse eigentlich überhaupt kein extrahiertes Salz (über das im Gemüse natürlich vorhandene Salz freue ich mich trotzdem), hatte aber nur gesalzene Oliven und Tomaten. Aber im Rezept habe ich extra vermerkt, dass ungesalzene Zutaten besser sind. 
Salzfreie Tomaten sind leider schwer zu bekommen, deshalb trockne ich sie gern selber. Dafür kaufe ich mir eine Kiste „Sugotomaten“ , schneide sie in Scheiben und dörre sie im Dehydrator. 

Im Winter bin ich froh darüber, denn da kaufe ich keine frischen Tomaten. Erstens schmecken sie nicht, wenn sie künstlich gezüchtet werden, zweitens ist der Solaningehalt bei denen viel höher. Das ist das gleiche Gift wie in den rohen Kartoffeln! Deshalb sollte man es allgemein mit den Tomaten nicht übertreiben, aber das ist ja bei jedem Nahrungsmittel so. Saisonal zu essen ist immer am besten, finde ich.

Dienstag, 7. Juli 2015

Waldbeer-Weiße Schokolade-Torte

Waldbeer-Weiße Schokolade-Kuchen

Zutaten für eine 20-26 cm Springform

Boden:
100 g Erdmandelmehl
80 g Kokosraspel
90 g Datteln
90 g Rosinen

Weiße Schokolade-Creme:
450g Cashews, 2 Stunden eingeweicht
1 Zitrone, geschält, oder Saft davon
200 g Datteln,
1/2 Tl Vanillepulver
500 ml Wasser
200 g Kakaobutter, im heißen Wasserbad vorsichtig verflüssigt
3 El Sonnenblumen- oder Sojalecithin (nicht roh, als Emulgator für eine schöne Konsistenz)

Beerengelee:
125 g Waldbeeren, aufgetaut oder frisch
110 g Datteln


Zubereitung:

Für den Boden alle Bodenzutaten in der Küchenmaschine oder im Hochleistungsmixer mit Stößel zu einem klebrigen Teig verarbeiten.
Den Teig auf dem Boden einer Springform verteilen, sodass eine gleichmäßige Bodenschicht entsteht, und gut andrücken.
Für die Creme alle Zutaten außer Kakaobutter und Lezithin im Mixer fein pürieren. Wenn die Masse zu zäh oder klumpig ist, noch etwas Wasser hinzufügen. Am Ende die letzten beiden Zutaten untermischen.
Die Creme auf dem Kuchenboden verteilen, den Kuchen in den Kühl- oder Gefrierschrank stellen, während das Beerengelee zubereitet wird.
Für das Beerengelee Waldbeeren und Datteln im Mixer fein pürieren und abschließend als oberste Schicht auf dem Kuchen verteilen.
Nun kannst du den Kuchen noch nach Belieben mit Beeren, Kokosraspeln o.ä. dekorieren.
Vor dem Anschneiden sollte der Kuchen noch ein paar Stunden im Kühlschrank oder im Gefrierschrank, wenn es schneller gehen soll, gekühlt werden, damit die Creme fest wird.
Dieser Kuchen muss immer kühl serviert werden, damit er nicht schmilzt. Im Kühlschrank aufbewahrt hält er ca. 3 Tage, im Gefrierschrank mehrere Wochen.


Sonntag, 5. Juli 2015

Thai-Kokossuppe

Diese Suppe habe ich für einen veganen Brunch im Biergarten gemacht. Im Rahmen der "veganen Kochrunde München" (http://vegan-kochen.tumblr.com) organisieren Daniela und Emre einmal im  Monat ein Potluck, wo dann jeder Teilnehmer ein veganes Gericht mitbringt. Heute waren über die Hälfte der Speisen sogar roh!

Zutaten für 4 Portionen:

Kokosmilch:
  • 4 Tassen Kokosraspel (die von "Dr. Goerg" sind roh, viele andere nicht)
  • 4,5 Tassen Wasser
Suppe:
  • 1 Zitrone oder Limette, geschält, oder der Saft davon
  • 2 El Süßungsmittel (Kokosblütenzucker/Ahornsirup/Datteln/Xylitol...)
  • 1 Tl Galgant (Pulver oder frisch, ersatzweise Ingwer)
  • Chili nach Geschmack - vorsichtig dosieren!
Einlage:
  • 1 Sträußchen Koriander
  • Paprika, Gurken, Pilze oder anderes Gemüse nach Belieben
  • evtl. Salz oder Sojasauce/Coconut Aminos
Erforderliche Geräte: Mixer, Nussmilchbeutel/Durchseihtuch/durchlässiges Tuch
Bild: vegan-kochen.tumblr.com

Zubereitung:
  1. Kokosraspel mit Wasser im Mixer fein pürieren, die so entstandene Kokosmilch durch einen Nussmilchbeutel oder ein sauberes Tuch gießen, um die Ballaststoffe auszusieben. Mit den Händen die Flüssigkeit gut ausdrücken. Der bröselige Rest im Beutel kann z.B. in rohem oder gebackenem Gebäck verwertet werden oder wieder getrocknet als Kokosmehl.
  2. Die frische Kokosmilch wieder zurück in den Mixer gießen, die Würzzutaten dazugeben und kurz untermischen.
  3. Die Zutaten für die Einlage klein schneiden, auf Suppenteller verteilen und die Suppe darübergießen.
  4. Wer salzigen Geschmack vermisst, kann mit Sojasauce oder Salz nachwürzen.

Montag, 29. Juni 2015

Sommerbeerensmoothie

Zutaten für ca. 750 ml

1 Banane
1 Orange
1 Tasse Beeren
1 El Kokosmus
1 Tl Baobabpulver
1 gehäufter Tl Moringapulver
1 Tl Algae Drink (von PureRaw)
1 Tasse Wasser
(Wild)kräuter nach Geschmack: Gerstengras, Minze, Basilikum, Kapuzinerkresse vom Balkon
1 gehäufter Tl „Amazing Grass



Zubereitung: Alles in den Mixer werfen und fein pürieren. Am besten mit Strohhalm (aus Glas) trinken oder löffeln.

Dieser Smoothie ist sehr erfrischend und doch reichhaltig. Es hat mich überrascht, wie gut diese Zutatenkombination schmeckt, so harmonisch und einfach besonders!
Man könnte die verschiedenen Spezialpülverchen auch einfach weglassen, aber gerade die verfeinern die Kombination, sodass der Smoothie einzigartig schmeckt.

Algae Drink“ ist fermentiertes, gelbes Chlorellapulver, das man Backen als Eiersatz nutzten kann. Die Algenmilch, die man aus dem Pulver in Verbindung mit Wasser herstellen kann, schmeckt mir pur nicht so, aber in Mixgetränken verwende ich sie gerne.


Meine neueste Entdeckung ist „Amazing Grass“, das ultimative Superfood. Eine Komposition aus Probiotika, Enzymen, Wildkräutern, Algen und Superfoods, die zwar geschmacklich nicht überzeugt, aber sehr gesund ist und der Verdauung hilft. Davon kommt jetzt immer ein Löffelchen in meine Smoothies!

Montag, 8. Juni 2015

Das große Fasten - Tag 2-8

2. Tag

Heute bin ich sehr überrascht, wie gut es mir geht. Gestern bin ich mit sehr negativen Gefühlen schlafen gegangen und am Morgen war plötzlich alles besser! Ich kann zwar nicht behaupten, superfit und wunschlos glücklich zu sein, aber es lässt sich aushalten.
Mein Kreislauf ist auch in Ordnung, ich konnte ganz normal meine täglichen Sonnengrüße und eine Stunde Yoga machen. Auch sonst habe ich alle Rituale durchgeführt, das Zitronensafttrinken und so.

Meine Organisier- und Schreibarbeit ging auch ohne Probleme vonstatten, ich konnte mich sehr gut konzentrieren. Jetzt turne ich noch etwas, damit mein Muskeleiweiß nicht zu sehr abgebaut wird, dann geht es zur Arbeit, wo ich dann sechs Stunden lang bestes Essen vorbereiten und verkaufen darf. Ich glaube aber, das ist gut so, denn dann wird meine Disziplin und Selbstbeherrschung gestärkt.
Ich habe aber ein gutes Gefühl heute und hoffe, dass der Tag ohne nennenswerte Schwierigkeiten ablaufen kann.
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Leider ging es mir im Laufe des Nachmittags immer schlechter. Ich bekam Hunger, fühlte mich extrem schwach und abends brauchte ich für das Aufräumen des Ladens länger als sonst, weil ich normalerweise flink herumspringe und alles zügig erledige. So kam ich erst um viertel nach zehn nach Hause und um halb elf ins Bett - Schlafenszeit ist bei mir eigentlich von 22 bis 6 Uhr.
Aber es kam noch schlimmer: Mitten in der Nacht wachte ich auf, weil ein Anfall seltsamer Übelkeit mich überfiel. Es rumorte und arbeitete wild in mir, ich hatte Angst, mich übergeben zu müssen, obwohl ich nichts im Magen hatte. Schrecklich. Zum Glück ging es irgendwann vorüber und ich konnte wieder einschlafen.

Wären auf der Arbeit nicht mehrere sehr interessante Leute aufgetaucht, mit denen ich mich über spannende Themen unterhalten konnte, hätte der Tag überhaupt nur Schmerzen gebracht.

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3. Tag

Schlimm, einfach nur abscheulich ging es am Morgen weiter. Ich war sehr schwach und nicht in der Lage, meine Sonnengrüße zu machen. Nach einem Glas Wasser mit Zitronensaft und ausgepressten Kassia-Stangen als Abführmittel fühlte ich mich endlich dazu in der Lage, mich der Körperhygiene und den Einläufen zu widmen. Jetzt ist es 11, ich sitze immer noch träge am PC und schreibe. Heute werde ich aber definitiv mit Säften anfangen, hoffentlich kann ich mich nachher wieder etwas sportlich betätigen.

Nachmittags ging es etwas besser, sodass ich entgegen meiner Planung noch keine Säfte trank.
Die Verwendung meiner "Green Star" Supersaftpresse ist nämlich sehr umständlich, besonders die Reinigung.

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4.Tag

Das Aufstehen war hart, der Kreislauf am Boden, aber dann passierte etwas, das der ganzen Qual einen Sinn verlieh: Bei den morgendlichen Einläufen kam tatsächlich ein Teil zum Vorschein, welches ich nur als Wurm identifizieren konnte. Vorne und hinten war das Exemplar abgerissen, aber die Haut, die dieses "Band" umgab, ließ mich darauf schließen, dass es sich um einen abgegrenzten Organismus handeln musste und nicht um unverdaute Nahrungsreste.
Danach hörte auch die Übelkeit und das unangenehme Bauchgefühl auf. Dieser Tag belastete mich zwar trotzdem sehr - die Konzentration ließ z.B. auf der Arbeit immer mehr nach - aber nach einem frisch gepressten grünen Saft (Gras, Lindenblätter, Löwenzahn, Spitzwegerich, Giersch, Gurke, Oregano, Paprika, Zitrone) am Nachmittag

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5. Tag

An diesem Tag fühlte ich mich außergewöhnlich lebendig. Lag es an den Würmern, die mittlerweile verhungert waren und mich innerlich nicht mehr anzapften? Oder hatte sich mein Körper jetzt an das Hungern gewöhnt? Ich hatte zwar immer noch Hunger und wünschte mir sehnlichst, von den Spezialitäten, die im Laden und zu Hause in Reichweite standen, naschen zu dürfen, aber die Neugier, dieses Selbstexperiment fortzuführen, stützte meine Selbstbeherrschung.

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6. Tag

Inzwischen war mir klar, wie sehr die grünen Säfte zu meinem Wohlbefinden beitragen, also habe ich gleich morgens ca. 1,5 L davon gepresst, was für zwei Tage reichen sollte. Ich weiß, Saft sollte möglichst sofort getrunken werden, aber diesen Luxus erlauben meine Lebensumstände gerade nicht. Das Wetter war wieder wunderschön, aber im Laden wurde es sehr heiß. Trotzdem hielt ich tapfer aus. Allerdings - jetzt kommt der Haken - habe ich mir eine Verfehlung geleistet und einen Löffel von meinem köstlichen biorohveganen Hanfkäse genossen, den ich für den Laden zubereitet hatte. Ich wollte den so gern auch probieren, nachdem meine Kollegen ihn so gelobt hatten! Nun ist es passiert. Jedoch bin ich jetzt nicht von meinem Weg abgekommen, sondern fühle mich erst recht motiviert. Vielleicht hat es den kleinen Ausrutscher einfach mal gebraucht. ;)

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7. Tag

Es war die Gier, die diesen Tag besonders machte. Nach den morgendlichen Ritualen kam irgendwann wie jeden Tag Hunger auf, aber anstatt diesen wie sonst zu akzeptieren und als Teil der Fastenerfahrung zu erleben, trank ich schon vormittags den ganzen Saft, den ich mir am Vortag im Voraus gepresst hatte. Da ich mich inzwischen frei und rein fühlte und keinen Sinn im Weiterfasten sah, kam ich auf die Idee, ein Stück Hanfkäse zu essen. Mir war sehr wohl bewusst, dass das Fastenbrechen sehr behutsam ablaufen muss, deshalb hielt ich es für angemessen, es mit einem kleinen Stück rohveganem Käse mit vielen probiotischen Bakterien zu versuchen.
Leider - die genauen Beweggründe sind mir bereits heute, am Tag danach, nicht mehr klar - fiel das Käsestück sehr groß aus. Darauf aber folgten noch eine Orange, eine Banane und eine Gurke! Das war eindeutig zu viel. Eine Viertelstunde nach dem Essen wurde mir extrem übel, sodass ich sich mein Magen dieser ungewohnten plötzlichen Nahrung zum Großteil wieder Richtung Hals entledigte, den Rest spülte ein ordentlicher Einlauf wieder aus meinem irritierten Körper. 
Der "Fastenmodus" wurde also nicht unterbrochen, ich fühlte mich ziemlich schwach und träge wie in den Tagen zuvor, konnte mich aber dazu durchringen, meine vom Eiweißabbau bedrohten Muskeln durch ein ca. vierzigminütiges Bodyshaping-Workout zu stärken.

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8.Tag

Ebenso spontan, wie ich das Fasten begonnen habe, breche ich es jetzt wieder. In den Tagen nach dem Hungertod des großen Wurms traten keine großen Veränderungen mehr auf, auch keine Ver/Entgiftungserscheinungen wie Pickel, Zungenbelag usw. Kurz: Die Fadtenqual erschien mir nicht länger sinnvoll. 
So feierte ich den Sonntag mit einem großen "Probierschiffchen" Eis der bioveganen Eisdiele "Icedate", deren köstliche Eissorten (neuerdings gibt es sogar Cashew-Holunder) allesamt nur aus Cashews, Datteln und Früchten/Kakaopulver etc. bestehen. Wie schön es war, dem Körper wieder Energie zuzuführen! Ich bin sehr froh, dieses Experiment gewagt zu haben, jetzt reicht es aber auch und ich werde mich wieder in der Fülle irdischen Lebens suhlen. 🍓🍉🍌

Sonntag, 7. Juni 2015

Das große Fasten - Tag 1

6:00
ich wache auf und beschließe zu fasten. Ohne lange zu überlegen - das wird sonst zu kompliziert - entscheide ich mich für Markus Rothkranz' Methode, weil sein Buch "Heile dich selbst" gerade griffbereit in meinem Regal steht. Mein Plan ist folgender:

-morgens und nachmittags Zitronensaft in einem Glas Wasser trinken
- 20 min später ein Glas Wasser mit 2 El Apfelessig (das schmeckt sogar gut, hätte ich nie gedacht!)
- jeden Tag Einläufe machen oder Kassia Fistula lutschen, um den Darm zu reinigen
- 2x täglich 1 Tl  Bentonit mit einem Glas Wasser vermischt trinken, um Giftstoffe zu binden
- 3x täglich eine Kapsel gegen Parasiten ("Elimination" von Green Herb)
- sonst nur Wasser, Tee und evtl. frisch gepresste grüne Säfte, wenn ich sonst schwach werde. 

8:00
Zitronensaft, Essig, Einläufe... ich befolge alles nach Plan.

10:00
die Alarmglocken in meinem Hirn schrillen, weil mein Frühstück schon eine Stunde überfällig ist! Noch dazu arbeite ich in einem rohveganen Imbissladen, wo das Beste immer in Reichweite steht. Ich bekomme zwar langsam Hunger und schlechte Laune, aber es geht noch.

16:00
die Arbeit hat mich abgelenkt, das war ganz gut. Hart war es trotzdem - im Raum ist es aufgrund des fehlenden Durchzugs und der vielen Kühlgeräte noch wärmer als draußen. Bei Temperaturen über 30° C fastend herumzustehen macht mir ein bisschen Angst um meinen Kreislauf. Hinter dem Tresen plötzlich ohnmächtig zu werden wäre nicht optimal, besonders angesichts der vielen Kunden, die sich  hier an Smoothies, Wraps, Torten usw. satt essen, während ich mich selbst kasteie und immer mehr an dem ganzen Programm zu zweifeln beginne. Meine Laune ist richtig übel, aber ich will das jetzt unbedingt durchziehen! Ein paar Tage nichts essen muss ich doch überleben können, außerdem will ich, neugierig wie mein Vorbild Odin*, durch Experimente am eigenen Leib zu neuen Einsichten gelangen.

Die schlimmen Schmerzen (Hunger, Schwäche, Kopfschmerzen, Unkonzentriertheit) gefallen mir irgendwie auch, weil ich mir vorstelle, dass sie von Parasiten kommen, die in meinem Darm sitzen und wie verrückt an meinen Nervenrezeptoren rütteln, um mich zu zwingen, sie zu füttern. Die können ohne Nahrung nicht so lange überleben wie ich, das ist einer der (für mich) positiven Aspekte des Fastens. Zusätzlich schlucke ich ja vegane Kapseln mit Pflanzenextrakten gegen die Würmer und andere Einwohner meines Verdauungstrakts.
Markus Rothkranz, nach dessen Anleitung ich faste, macht diese kleinen und größeren Lebewesen verantwortlich für beinahe jedes Leiden, sowohl körperlich als auch psychisch, und will die alle durch regelmäßige Kuren ausrotten. Allerdings kann ich dieser Sichtweise nicht ganz zustimmen:
Unser Körper beinhaltet ja mehr "fremde" Zellen als eigene Körperzellen und das muss so sein, sonst könnten wir keinen Stoffwechsel betreiben. Die Darmflora, die zum Großteil unser Immunsystem ausmacht, besteht ja aus vielen verschiedenen Bakterien. Wir müssen dafür sorgen, dass es vorwiegend "nützliche" sind, aber alles rauszuspülen ist wohl kontraproduktiv. Rothkranz empfiehlt deshalb auch, täglich Probiotika einzunehmen, nachdem man mit Einläufen den Darm sauber gespült hat.

Außerdem habe ich ethische Bedenken. Die kleinen Bandwürmer, Fadenwürmer, Amöben und Spulwürmer wollen doch auch Leben! Sie wollen uns "Wirte" gar nicht töten ("beiß nicht in die Hand, die dich füttert"), sondern möglichst unbemerkt und langfristig in uns leben. Natürlich müssen wir mehr essen, als wir für uns bräuchten, um die Tiere mitzufüttern. Wenn es zu viele sind, kann es sein, dass Leute Unmengen fressen, weil in ihrem Darm ein ganzes Volk prächtig gedeihender Spulwürmer lebt. Konsequente Veganer müssten die doch eigentlich leben lassen, Alfons oder Rosmarie nennen und mit extra viel Kuchen versorgen. Sie mögen nämlich das Gleiche wie wir, üppige Kombinationen aus Fett und Zucker, die wir auch als Rohköstler genießen.
Aber dass diese Welt, in der alle in Frieden miteinander leben und niemand ein anderes Lebewesen tötet, eine Illusion ist, ist für mich glasklar.

Jedenfalls hat mich dann Sarah abgeholt, um zur Isar schwimmen zu gehen. Wir sind einfach in den Englischen Garten gegangen, in der Nähe des "Milchhäusl". Furchtbar, wie an der Adria schaut es da aus! Die Leute liegen dicht an dicht auf ihren Handtüchern und brutzeln in der Sonne. Trotzdem sind wir da geblieben, aber ich habe nur die Füße ins Wasser gehalten, während Sarah sich in den kühlen Fluten des Eisbachs erfrischt hat. Erstens hatte ich weder ein Handtuch noch Kleider zum Wechseln mit und zweitens hatte ich Angst, dass durch die plötzliche Kälte mein Kreislauf kollabieren könnte und ich notgedrungen die Aktion abbrechen müsste.

18:30
ich fahre nach Hause, allerdings nicht wie üblich mit dem Fahrrad, sondern mit der UBahn, weil es mir so schlecht geht. Dann muss ich auch noch eine Präsentation für die Uni vorbereiten und kann mich kaum konzentrieren. Jetzt hasse ich das alles und denke mir, dass dieses Fasten bestimmt das letzte war, falls nach den ersten drei Tagen keine Erleuchtung eintritt. ;)

22:00
eigentlich wollte ich um neun schlafen gehen, aber ich bin mit der Arbeit einfach nicht weitergekommen. Macht ja nichts, hoffentlich lässt der Hunger mich einschlafen.

Da gehts weiter:


*der germanische Gott Odin ist beharrlich auf der Suche nach Weisheit. Er gibt ein Auge als Pfand gegen einen Schluck aus Mimirs Brunnen, um seherische Kräfte zu bekommen. Er raubt von der Riesin Gunnlöd den Skaldenmet Odrörir und bringt ihn in Adlergestalt zu den Göttern. Als Opfer für die Menschen hängt er im Weltenbaum Yggdrasil, verwundet von seinem eigenen Speer. Er hängt dort während neun Tagen und Nächten („Vom Speer verwundet, dem Odin geweiht, mir selber ich selbst, am Ast des Baums, dem man nicht ansehen kann, aus welcher Wurzel er spross“; aus Odins Runenlied 138), wobei er die Runen ersinnt (Odins Runenlied in der Hávamál der Lieder-Edda)

Dienstag, 26. Mai 2015

Pizzacracker



Zutaten:
  • 2 cups Buchweizenkeimlinge, frisch und nicht getrocknet (Keim ca. 5-10 mm lang), aus ca. 1 cup Buchweizenkörnern
  • 1/2 cup Leinsamen, eingeweicht oder gekeimt
  • 3 El getrocknete italienische Kräuter (z.B. Oregano, Basilikum, Thymian, Knoblauch...)
  • 3 El Hefeflocken
  • 5 getrocknete Tomaten, 1 Stunde eingeweicht
  • 1 Paprikaschote, grob geschnitten
  • 1 Handvoll Bärlauch

Zubereitung:

Alle Zutaten im Hochleistungsmixer oder Food Processor zu einem groben Teig verarbeiten. Je länger man mixt, desto homogener wird die Mischung, also lässt sich die Konsistenz und das Aussehen der Cracker beliebig steuern. Ich mag es, wenn noch Stückchen sichtbar sind.

Die Masse mit einem Spatel oder einer Palette auf ein bis zwei Dörrfolien ausstreichen und im Dörrgerät bei 35° C trocknen, bis sich die Teigplatte von der Folie lösen lässt. Das dauert ca. 8 Stunden. Dann die Folie entfernen, die Platte umdrehen, in einzelne Cracker schneiden oder auch ganz lassen und weiter trocknen lassen, bis die gewünschte Knusprigkeit erreicht ist. Auch im Backofen kann man bei niedrigster Temperatur mit leicht geöffneter Tür trocknen.
Wie in der Rohkostküche üblich stehen den Kreativen auch hier alle Variationsmöglichkeiten offen: Aus dem gleichen Teig lassen sich auch "Bratlinge", Pizzaböden, Wraps etc. herstellen.